Apr/100
Die Erdwärmebohrung
Am Donnerstag bekam ich plötzlich einen Anruf von einem unserer zukünftigen Nachbarn. Der meinte nur, ob ich wüsste, was da für komische Maschinen auf unserem Grundstück abgeladen werden. Ein paar Telefonate später war ich dann selbst schlauer … die Erdwärmebohrung soll am Freitag bei uns statt finden.
Das ganze kam etwas überraschend, da es die ganze Zeit hieß, dass erst gebohrt wird, wenn das Gerüst weg ist. Aber egal, die Bohrung kann ja statt finden, dann ist das zumindest schon mal erledigt. Also schnell nen Tag Urlaub eingereicht … man will da ja dabei sein … und am Freitag morgen pünktlich um 8 Uhr auf der Baustelle. Die Jungs von der Bohrfirma Peter Broich haben einen auch super nett empfangen und jede Frage gerne und ausführlich erklärt. Nach gut ner Stunde Rüstzeit ging es dann auch endlich los und der Bohrer wurde auf seine 100m lange Reise Richtung Erdinneres geschickt.
Und alles lief zunächst wie am Schnürchen. 2m bohren (so lange sind die einzelnen Bohrgestänge), Außenführung verlängert, Bohrgestänge verlängert, 2m gebohrt usw. usw. Irgendwann haben die Jungs dann versucht die Außenführung abzusetzen und alleine mit dem Bohrer weiterzumachen … aber nix da … der Boden war einfach noch nicht fest genug und so wurden beides (Bohrgestänge und Außenführung) immer brav weiter verlängert. Ein aufwendiger Prozess, da es so langsamer voran ging. Aber die Jungs ließen sich nicht beirren und bohrten und verlängerten und bohrten und verlängerten. Am Ende waren dann 100m Bohrgestänge und 100m Außenführung im Boden … normal sind ca. 20 bis 30m Außenführung, da dann genug hartes Gestein kommt, damit der Bohrkern nicht in sich zusammenbricht.
Nun wurde nach und nach das Bohrgestänge wieder raus gezogen und die Erdsonde eingebracht. Hat soweit auch alles geklappt, nur dass die Erdsonde so schwer in den Schacht ging, hat die Jungs doch etwas stutzig gemacht. Nun ja, jetzt musste eigentlich nur noch die Außenführung raus und fertig ist die Bohrung. Aber irgendwie wollte die Sonde nicht so wie wir, denn die kam mit der Außenführung auch wieder mit raus. Also wurde überlegt und gebastelt, aber die Sonde wollte einfach nicht drin bleiben. Am Ende hat der Bohrführer dann entschieden … die Sonde kommt wieder komplett raus. Also alle ins Zeug gelegt und raus mit der … mittlerweile mit Unmengen an Wasser gefüllte … Sonde. Die Aktion “Sonde in die Erde” wurde dann erst mal auf den nächsten Tag verschoben.
Am Samstag wurde dann das Bohrgestänge mit einem anderen Bohrer wieder eingebracht und alles nochmal sauber durchgespült. Danach kam der zweite Versuch mit einer neuen Erdsonde. Langsam wurde das erste Gestänge von der Außenführung angehoben und gleich wieder geschaut, ob die Sonde diesmal drin bleibt. Und … sie blieb drin!!!! Da ist den Jungs aber ein großer Stein vom Herz gefallen, aber erst mal wurde weiter geschaut, ob sie auch nach drei oder vier Stangen noch drin bleibt, was sie dann auch tat. Nun konnte die Außenführung Stück für Stück wieder aus der Erde geholt und die Sonde mit nem Spezialgemisch fixiert werden. Die Sonde steckt jetzt im Boden und wartet darauf, dass sie ins Haus verlängert wird.
Ein paar Bilder von der Erdwärmebohrung findet ihr in der Bildergalerie. Ich habe auch ein paar Videos gemacht … die machen alles irgendwie anschaulicher … die reiche ich bei Gelegenheit mal nach. Auf der Webseite von Peter Broich gibt es aber auch ein ganz anschauliches Video.
Vielen Dank an die Bohrjungs, hat wirklich Spaß mit euch gemacht … und ich hoffe ihr müsst nicht nochmal ne Sonde ziehen
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